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Tankinnenbeschichtung und die Folgen

Über eine Problematik möchte ich informieren, welche mir mit einem gebrauchten, innen beschichteten/versiegelten Tank widerfahren ist, den ich bei einer Restauration in einen Tourist 103 A1 eingebaut hatte.

Nach Einbau des Tanks und füllen mit Super Kraftstoff lief der Motor zunächst einwandfrei. Auch der Besitzer tankte später Super. Er fuhr damit ca. 400 Km und kam zur „500 km Inspektion“.

Dabei klagte er, dass der Motor bei der Beschleunigung extrem an Leistung verliert und ausgehen will. Meine Probefahrt ergab, dass es ein Vergaserproblem sein müsse.
Auch war die Zündkerze immer nass. Also habe ich experimentiert mit Vergasertausch, Tausch der Beschleunigerpumpe, später sogar der Zündspule, Kondensator, Veränderung Zündzeitpunkt etc. Es blieb immer das gleiche Problem. Dann habe ich den Durchfluss des nicht originalen Kraftstoffhahnes gemessen und einen zu geringen Durchfluss festgestellt. Ein neuer Kraftstoffhahn vom Club wurde eingebaut. Am nächsten Tag bei der Probefahrt das gleiche Problem!

Meinen Heinkelfreund Klaus habe ich informiert und alles vorgetragen, dabei auch die Innenbeschichtung des Tanks erwähnt. Bingo!!!
- beim Ausbau des Tanks und dem Versuch ihn leer laufen zu lassen, kam aus dem neu eingebauten Kraftstoffhahn bei Stellung „Auf“ nur tröpfchenweise der Kraftstoff.
- Diesen hatte ich abends zuvor erst eingebaut.
- Luftpistole am Benzinschlauch angesetzt und bei geöffnetem Hahn rein gepustet.
- Plopp: Als sei ein Pfropfen gelöst worden, lief der Kraftstoff wieder.

Nun war klar, warum der Motor nicht läuft, es musste mit dem Tank und dem Kraftstoff zusammenhängen: die Versiegelungsmasse im Tank hatte sich durch den 5% Ethanol Anteil im Kraftstoff im Laufe der Zeit kontinuierlich aufgelöst, mit dem Kraftstoff verbunden und
- den Kraftstoffhahn, den Vergaser dichtgemacht/verklebt und so
- verhindert, dass das Kraftstoff-Luft-Klebstoff-Gemisch im Brennraum richtig entzündet und verbrannt werden konnte.
Was im Standgas/Leerlauf noch möglich war, funktionierte beim Beschleunigen nicht mehr.

Den zuvor eingebauten Vergaser hatte ich zwischenzeitlich in frischem Kraftstoff „eingeweicht“. Nach einem Tag hatte sich tatsächlich eine gelbliche-grüne Masse am Gefäßboden abgesetzt. Auch waren Teile des Vergasers innen mit einem gelblich-grünen Film überzogen. Den erworbenen gebrauchten Tank bearbeitete ich nun mehrere Tage mit mehreren Litern Azeton und einer Hand voll Schrauben, um die Beschichtung heraus zu bekommen. Weil dies keinen 100% Erfolg versprach, habe ich den Tank später getauscht.

Der Einbau eines Ersatzvergasers und eines anderen sauberen Tanks von Klaus bestätigte unsere Vermutung. Der Motor lief wieder einwandfrei. So wurde ein innen nicht beschichteter Ersatztank beim Club geordert und eingebaut. Den Originalvergaser hat Klaus überholt, dabei vor allem sich der Beschleunigerpumpe angenommen. Das Ventilplättchen im Pumpenkopf der Beschleunigerpumpe schien der Hauptverursacher zu sein. Es „klebte“ vor den Ausgangsdüsen des Pumpenkopfes und ließ zu wenig Kraftstoff in den Ansaugkanal durch strömen. Nach Einbau der zwei Komponenten, Vergaser und Tank, brachte der Motor wieder seine volle Leistung.

Fazit: So mancher Heinkler beschichtet/versiegelt seinen Tank innen und weiß nicht, was er da seinem Motor antut. Mich hat es viele Stunden Arbeit/Suche nach der Ursache gekostet aber man lernt dabei immer noch was dazu!

Geschrieben von Johannes (HCD #7135)

 

Ws 2018-01 Tankversiegelung_1

 

 

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