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Eine Fahrt nach Moers mit diversen Hindernissen - von Rudi Goldschmidt

In den Jahren 1957 - 1961 besaß ich nacheinander 2 Heinkel Tourist vom Typ 103 - Al. Beide kaufte ich als Neufahrzeuge bei der Fa. Bruno Andersch in Eckernförde. Per Zufall erfuhr ich damals von einem Heinkeltreffen bei einem recht aktiven Club in Moers. An das Jahr kann ich mich nicht mehr genau erinnern, ich glaube es muß 1958 gewesen sein. Eine Freundin war von meiner Idee auch sehr angetan und so machten wir uns an einem Samstagmorgen guter Dinge um ca. 04.00 Uhr in Waabs auf den Weg nach Moers.

Die Route führte zunächst über Kiel auf die B 404 nach Bargteheide, dann auf die Autobahn Al nach Hambrug, diese endete damals noch am " Horner Kreisel" Aber da kamen wir leider zunächst nicht an, denn nach einigen Kilometern auf der Al brachte der Motor plötzlich keine Leistung mehr.
Also rechts ran auf den Standstreifen. und zu Fuß zur nächsten Notrufsäule, die gab es zum Glück schon. Eine segensreiche Einrichtung Dank der 11 Björn Steiger Stiftung" !
Nach kurzer Zeit traf ein" gelber Engel vom ADAC" ein. Die waren damals noch mit 500. BMW Motorrädern und einem großen Beiwagen ausgestattet.
Den Fehler hat er sofort erkannt, ein Kolbenfresser! Ach wie schön! Eine Messung mit dem Manometer brachte dann auch die Bestätigung, der Kompressionsdruck betrug gerade mal etwas mehr als 1 atü. Da ich kein Mitglied im ADAC war konnte er mir nicht mehr weiterhelfen, bot aber an, wenn ich dem Club sofort beitrete, würde er mich bis zum Ende der Autobahn abschleppen.
Gesagt getan, ich wurde Mitglied und wir landeten mit einer erheblicher Verspätung am Horner Kreisel. Hier bestellte der gelbe Engel dann noch einen Kleintransporter der mich zu einer Hamburger Heinkel Werkstatt brachte.
Für seine ganzen Bemühungen bin ich dem gelben Engel heute noch dankbar! In der Werkstatt angekommen teilte man mir mit, daß samstags nicht gearbeitet wird.
Oh, und nun?
Ein Angestellter der Fa. - der an seiner eigenen Heinkel schrauben wollte, erkannte meine Notlage und bot an - bei meiner Mithilfe - Kolben und Zylinder zu wechseln.
Da die Reparatur, die Eratzteile, der Arbeitslohn und ein Trinkgeld die Reisekasse erheblich geschmälert haben, wurde noch ein Abstecher zum Hamburger Hbf. gemacht, um am Post - schalter die Reisekasse wieder aufzufüllen. Nun konnte die Fahrt per Autobahn Hamburg - Hannover - Dortmund fortgesetzt werden.
Es war ein sehr heißer Sommertag und der Motor mußte ganz vorsichtig eingefahren werden, denn der Roller war ja mit 2 Personen und Gepäck auch noch recht gut beladen.
So kam es. daß wir erst um ca. 23.00 Uhr am Vereinslokal in Moers eintrafen. Der gemütliche Abend mit einem gemeisamen Essen und Benzingesprächen löste sich bereits auf, denn am nächsten Morgen war zunächst ein Rollerkorso durch die Stadt Moers geplant und anschließend sollte auf einem Schulhof ein Geschicklichkeits Turnier stattfinden.
Da ich die weiteste Anreise hatte und die Rückreise ja auch noch bewältigt werden mußte, durfte ich als erster an den Start. Als blutiger Anfänger habe ich dann im Oeldosen - Parcour kräftig abgeräumt. Aber wie heißt es so schön: "Dabei sein ist alles" ! Die Rückreise verlief auf Grund einer ( meiner) vorsichtigen Fahrweise störungsfrei. An einer Tankstelle wurde noch ein wichtiger Oelwechsel - 5OO km - durchgeführt.

Trotz der vielen unvorhergesehenen Dinge war die Fahrt ein Erlebnis, an welches ich mich noch gern erinnere. Diesen Bericht habe ich in kurzer Form schon einmal in der Heinkel- Info 1/2010 veröffentlicht.
Zm Schluß sei mir noch eine persönliche Anmerkung gestattet. Wenn man einmal mit dem Heinkel Virus infiziert ist, wird man diesen zeitlebens nicht wieder los und so kaufte ich mir im Jahre 2006 meinen 3. Heinkel - einen 103 A2 - den ich heute noch besitze. Leider kann ich ihn aus gesundheitlichen Gründen Z.Zt. nicht fahren. Wie meine Heinkel Zukunft aussieht kann ich im Moment nicht sagen, ich hoffe sehr, daß ich meine Krankheit besiege und dann wieder mit den Kieler Heinkelfreunden Ausfahrten unternehmen kann.

Rudi Goldschmidt # 6817

 

 


Leider ist Rudis Wunsch nicht in Erfüllung gegangen.

Unser Heinkelfreund Rudi Goldschmidt

ist am 27. September 2014 im 78. Lebensjahr

in Eckernförde verstorben.

Wir haben mit Rudi einen begeisterten, hilfsbereiten und immer fröhlichen Heinkelfreund verloren, der viel für unsere Gemeinschaft getan hat.

Wir werden ihn nicht vergessen.

Die Heinkelfreunde Kiel und drumrum

 

 

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